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Arbeitsmarkt in Deutschland

Arbeitsmarkt in Deutschland

Zusammenfassung

Die berufliche Orientierung und Arbeitssuche von Geflüchteten hat zur Voraussetzung, dass sie sich registrieren lassen und dabei einen Aufenthaltstitel mit vermerk "Erwerbstätigkeit erlaubt" erhalten. Je nach Ausbildungshintergrund der Geflüchteten sind Infos zur Bewertung der Berufserfahrung, zur Frage der Anerkennung von Abschlüssen und Zeugnissen oder zum Arbeitsrecht wichtig. Darüber hinaus finden Sie hier wichtige Stellenbörsen und Infos für die Jobsuche.

Inhalt

 

Organisatorische Voraussetzung

Voraussetzung dafür, dass Geflüchtete arbeiten gehen können, ist die Registrierung. Zuständig ist die Ausländerbehörde an dem Ort, an dem sie wohnen. Dort erhalten Ukrainer*innen einen Aufenthaltstitel.

Für eine langfristige Aufenthaltserlaubnis hat man drei Möglichkeiten:

In jedem Fall muss bei dem erworbenen Aufenthaltstitel der Vermerk “Erwerbstätigkeit erlaubt” stehen, damit geflüchtete Ukrainer*innen hier arbeiten dürfen. 

Anerkennung von Abschlüssen

Die Frage der Anerkennung von Zeugnissen, Ausbildungen, Berufserfahrung oder Abschlüssen in Deutschland ist je nach Beruf und Studienfach unterschiedlich. Bei "reglementieren Berufen" wie Ärzt*innen, Rechtsanwält*innen oder Krankenpfleger*innen muss der Abschluss vor Berufsausübung anerkannt werden. Ist der Beruf nicht reglementiert, ist eine Anerkennung hingegen nicht notwendig. Auch hier verbessert eine Anerkennung aber die Chancen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Rund um das Thema Anerkennung können Sie sich kostenlos unter der Telefonnummer 030-1815 1111 beraten lassen. Die Hotline trägt den Namen "Arbeiten und Leben in Deutschland" und wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge betrieben.

Hier können Sie den jeweils erlernten Beruf Ihrer ukrainischen Arbeitssuchenden eingeben, um Informationen über die Anerkennung in Deutschland zu erhalten.

Darüber hinaus erklärt dieser Flyer auf Ukrainisch die Schritte, die für die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen in Deutschland zu unternehmen sind. Auch können sich Geflüchtete kostenlos bei einer Beratungsstelle des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ beraten und unterstützen lassen.

 

Arbeitssuche

Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt freie Stellen zu finden. Eine gute Anlaufstelle ist etwa die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit oder ein Jobcenter in der Nähe.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Jobbörsen im Internet. Einige Plattformen richten sich dabei direkt an arbeitssuchende Ukrainer*innen. Eine Liste kostenloser Angebote haben wir im Folgenden zusammengestellt.

  • Diese Jobbörse bietet auf Englisch und Ukrainisch Stellen für gut qualifizierte und akademisch ausgebildete Ukrainer*innen mit Deutsch- oder Englischkenntnissen in Voll- oder Teilzeit an. Benötigt werden ein Lebenslauf und Zeugnisse oder Schulabschlüsse 

 

  • Diese nur auf Deutsch zu benutzende Plattform achtet bei Jobangeboten vor allem darauf, dass die Arbeitgeber Geflüchteten gegenüber positiv eingestellt sind und versuchen Bewerber*innen- und Arbeitgeberprofile möglichst perfekt zu matchen.

 

  • Diese speziell auf geflüchtete Ukrainer*innen ausgerichtete Jobbörse vermittelt Arbeitsstellen in ganz Europa an berufserfahrene Menschen, die durch den Krieg ihre Arbeitsstelle in der Ukraine verloren haben

 

  • Für gut qualifizierte und akademisch ausgebildete Geflüchtete mit Deutsch- oder Englischkenntnissen vermittelt diese Jobbörse freiberufliche Tätigkeiten

 

Hat der*die Geflüchtete bereits ein bestimmtes Unternehmen ins Auge gefasst, kann auch auf den Karriereseiten der Unternehmen nach offenen Stellen gesucht werden. Auch eignen sich die sozialen Netzwerke Xing und Linkedin für die Jobsuche.

Darüber hinaus bieten verschiedene Beratungsstellen wie der Jugendendmigrationsdienst oder die Migrationsberatung für Erwachsene Unterstützung bei offenen Fragen.

Hilfe bei der Arbeitssuche

Falls der*die von Ihnen betreute Ukrainer*in Fragen zu Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat, bietet die Agentur für Arbeit unter der Servicenummer 0911 178-7915 Telefongespräche mit Mitarbeiter*innen an, die Ukrainisch oder Russisch sprechen. Die Sprechstunde ist Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 16:00 und Freitag von 08:00 bis 13:00 Uhr erreichbar. Die Agentur für Arbeit berät, unterbreitet konkrete Jobangebote und bietet zusätzlich kostenfrei ein breites Angebot unterstützender Maßnahmen, wie die Übernahme von Bewerbungskosten, Coachings oder Lehrgänge. 

Sobald Geflüchtete beim Jobcenter registriert sind, werden sie intensiv betreut und bei der Arbeitssuche unterstützt.

Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht in der Ukraine unterscheidet sich von dem in Deutschland. Bestimmt ist es hilfreich, wenn Sie als Volunteer im Gespräch mit Ukrainer*innen die wichtigsten Unterschiede erklären, sozusagen das kleine Einmaleins der Arbeit in Deutschland. Folgende Punkte sind zentral:  

  • Man arbeitet Teilzeit oder Vollzeit (40-Stunden-Woche)
  • Überstunden werden bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen
  • Seit dem 1. Juli beträgt der Mindestlohn 10,45 € pro Stunde (ab dem 1. Oktober steigt er auf 12 €)
  • Man erhält Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge
  • Man beantragt Urlaube möglichst lang im Voraus
  • Man muss bei Krankheit eine ärztliche Krankschreibung einreichen
  • Als grobe Faustregel gilt, dass man unverheiratet und ohne Kinder etwa die Hälfte, verheiratet mit Kindern etwa Zweidrittel vom Bruttogehalt nach Abzug der Steuern netto erhält 

Hier ein Überblick auf Ukrainisch.

Führungszeugnis

Für manche Berufe ist ein Führungszeugnis erforderlich. Dies gilt beispielsweise für sicherheitsrelevante Branchen oder die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ukrainier*innen können ein Führungszeugnis bei Bedarf beim ukrainischen Innenministerium beantragen. Hier wird ihm eine digitale ukrainische Version ausgestellt, die er*sie von einem Dolmetscher übersetzten lassen kann.

 

Weitere Ressourcen:

Kinderbetreuung

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Bewerbung

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