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First Steps

First Steps

Zusammenfassung

Die ersten Schritte in Deutschland sind für die geflüchteten Ukrainer*innen sehr anstrengend und belastend. Um Ihnen als Volunteer gut informiert zur Seite zu stehen, erfahren Sie hier Wissenswertes zu den Basics wie Registrierung, Aufenthaltstitel, Sozialleistungen, Kinder- und Elterngeld, Kontoeröffnung und Bargeldtausch, medizinische und psychologische Versorgung, Corona-Impfung sowie Führerschein-Umschreibung.

Inhalt

Registrierung und Aufenthaltstitel

Voraussetzung dafür, dass Geflüchtete arbeiten gehen können, ist die Registrierung. Zuständig ist die Ausländerbehörde an dem Ort, an dem sie wohnen. Dort erhalten Ukrainer*innen einen Aufenthaltstitel.

Für eine langfristige Aufenthaltserlaubnis hat man drei Möglichkeiten: 

In jedem Fall muss bei dem erworbenen Aufenthaltstitel der Vermerk “Erwerbstätigkeit erlaubt” stehen, damit geflüchtete Ukrainer*innen hier arbeiten dürfen. 

Tipp: Möglichst direkt nach der Ankunft in Deutschland einen Termin bei der Meldebehörde beantragen, denn wegen Überlastung der Ämter bekommt man diesen erst Wochen später.

Um einen Aufenthaltstitel zu beantragen, benötigen ukrainische Geflüchtete nicht zwingend einen Reisepass. Bis zum 23.02.2022 wird auch die ID-Karte als Passersatz akzeptiert. Sollten sich Refugees gar nicht identifizieren können, kann er bei der Ausländerbehörde einen Ausweisersatz beantragen. Auch kann die ukrainische Botschaft in Deutschland eine Bescheinigung der Identität ausstellen.

Wo sich Geflüchtete genau registrieren kann unterscheidet sich nach Stadt und Bundesland. Nähere Auskunft gibt etwa die Ausländerbehörde.

Rechtliche Beratung Rund um die Themen Aufenthaltstitel und Registrierung erhalten Geflüchtete bei den Refugee Law Clincs. Darüber hinaus bietet dieses Online-Tool Unterstützung bei der Registrierung. Durch ein kurzes digitales Interview mit einem*r Jurist*in kann hier ein Antrag auf vorübergehenden Schutz einfach erstellt werden.

Sozialleistungen

Sie können als Volunteer Ukrainer*innen dabei unterstützen Sozialleistungen zu beantragen. Voraussetzung ist, dass sich die ukrainischen Geflüchteten bei der Ausländerbehörde angemeldet und einen Aufenthaltstitel bekommen haben. Damit hat er*sie nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) solange Anspruch auf Leistungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts und medizinischen Versorgung bis er*sie idealerweise durch Arbeit ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können. Dazu wird nach erfolgter Registrierung ein Ankunftsnachweis oder eine Anlaufbescheinigung ausgestellt, die bei der zuständigen Leistungsbehörde - in der Regel das örtliche Sozialamt - vorgelegt werden kann. 

Grundsicherung

Laut neuem Beschluss haben Geflüchtete aus der Ukraine ab Juni Anspruch auf Hartz IV und die damit verbundene Arbeitsförderung. Das bedeutet 82 Euro mehr auf dem Konto: Das Asylbewerberleistungsgesetz sieht derzeit Geldleistungen von 367 Euro vor, im Hartz-IV-System sind es 449 Euro. 

Die Beantragung der Grundsicherung ist bereits vor dem 1. Juni 2022 möglich. Für die Antragstellung benötigen Geflüchtete – neben dem Antragsformular – folgende Dinge:
  • Aufenthaltstitel nach § 24 des Aufenthaltsgesetzes oder eine Fiktionsbescheinigung
  • Identitätsnachweis
  • Deutsche Bankverbindung
  • Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse
  • Anschrift des aktuellen Wohnsitzes sowie Unterkunftsnachweis
  • Briefkasten, der mit dem Namen der geflüchteten Person beschriftet ist

Darüber hinaus muss der*die Antragstellende erwerbsfähig und hilfsbedürftig sein. Das bedeutet er kann zwar mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten, sein Einkommen liegt aber unten dem Existenzminimum und er kann seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten.

Weite Informationen zur Antragstellung erhalten Sie bei Ihren Jobcenter vor Ort. Den zuständigen Jobcenter finden Sie über die Dienstellensuche der Bundesagentur für Arbeit, indem Sie im Suchfeld die Postleitzahl des Wohnortes des*der Geflüchteten eintragen.

Genauere Informationen, Erklärvideos sowie Antragsformulare finde sie auch hier und hier.

Unterstützung bei der Jobsuche

Hat der*die Geflüchtete eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 kann er*sie sich bei der Agentur für Arbeit registrieren und als arbeitsuchend melden. Das Jobcenter unterstützt ihn*sie dann bei der Arbeitsuche und leistet auch finanzielle Hilfestellungen wie etwa bei der Anerkennung von Abschlüssen.

Kindergeld oder Elterngeld

Diese Leistungen erhalten Ukrainer*innen, wenn sie eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG besitzen und eine Arbeit haben, Arbeitslosengeld I bekommt oder in Elternzeit sind. 

Kontoeröffnung

Um Sozialleistungen und Gehalt erhalten zu können, sollten Sie Geflüchteten zu einer Kontoeröffnung raten. Viele Sparkassen bieten Ukrainer*innen für ein Jahr ein Gratis-Girokonto an. Dafür reicht ein ukrainischer Personalausweis statt des sonst nötigen Reisepasses, den viele Geflüchtete nicht besitzen. Rechtlich hat jeder, der sich rechtmäßig in der Europäischen Union aufhält, Anspruch auf Abschluss eines Basiskontovertrags. Das gilt auch für Personen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchende. 

Währungsumtauschen

Geflüchtete aus der Ukraine können ab sofort bei deutschen Banken und Sparkassen Hrywnja in Euro tauschen. Höchstbetrag sind 10.000 Hrywnja. Sie können den Angaben zufolge Banknoten zu 100, 200, 500 und 1000 Hrywnja umtauschen. Das Umtauschprogramm dauert erstmal bis Ende Juli.

Gesundheitliche Leistungen

  • Die geflüchteten Ukrainer*innen haben nach dem Asylbewerber­leistungsgesetz (AsylbLG) kostenfrei Anspruch auf Gesundheitsleistungen (Arztbesuche, Schwangerenversorgung, Krankenhausaufenthalte, Transporte und Verlegungen in andere Krankenhäuser im Inland). Das gilt auch für Kinder und Pflegebedürftige und Menschen mit Beeinträchtigungen. Infos auf Ukrainisch finden Sie hier.

 

  • Falls der/die von Ihnen unterstützte Geflüchtete durch die Kriegsgeschehnisse traumatisiert ist und therapeutische Hilfe braucht, steht auch psychosoziale Hilfe zur Verfügung. 

 

  • Für Probleme jeglicher Art können Sie als Volunteer den Geflüchteten zudem Krisenchats in ihrer Sprache empfehlen. 

 

  • Geflüchtete haben auch ohne Krankenversicherung einen Anspruch auf die Schutzimpfung gegen das Coronavirus. In der Ukraine durchgeführte Impfungen mit Sinovac oder Sputnik werden in Deutschland nicht anerkannt. Für viele Arbeitsstellen (Pflege, Gastro...) ist Impfung unerlässlich. Kostenlose Impftermine gibt es bei Allgemeinärzt*innen, in Apotheken oder in Impfzentren. Jedem*r die bereits mit einem nicht in der EU zugelassenen Impfstoff geimpft wurde wir geraten, einen Abstand von 28 Tage zwischen der letzten Impfung in der Ukraine und der ersten Impfung in Deutschland einzuhalten. Hier erhalten sie Informationen über die Impfung auf Ukrainisch.

Führerschein

In manchen Berufen ist ein Führerschein wichtig. Der*die von Ihnen unterstützte Geflüchtete darf mit seinem*ihrem gültigen ukrainischen Führerschein Kraftfahrzeuge der Klassen fahren, für die dieser ausgestellt ist. Der Führerschein muss ins Deutsche übersetzt werden und gilt bei Anmeldung einer Wohnung in Deutschland nur für die ersten sechs Monate. Danach ist ein in Deutschland ausgestellter Führerschein erforderlich. Dazu müssen Geflüchtete die deutsche theoretische und praktische Führerscheinprüfung bestehen.

SIM-Karten

Um teure Roaming-Gebühren zu vermeiden, benötigen Ukrainer*innen eine neue SIM-Karte. Die Telekom bietet kostenlose SIM-Karten für geflüchtete Ukrainer*innen an (eine Karte pro Familie), allerdings nur bis den 30. Juni. Diese SIM-Karte sind mit einer deutschen Telefonnummer verbunden. Für den Erhalt einer SIM-Karte ist lediglich die Vorlage von gültigen ukrainischen Ausweisdokumenten notwendig. Karten erhalten Sie bei NGOs oder an speziellen Ausgabestellen.

Öffentlich nutzbare Computer

Viele Informationen kann der*die von Ihnen begleitete Ukrainer*in über das Smartphone beziehen. Zum Formulare ausfüllen, scannen oder ausdrucken zu können, brauchen Geflüchtete in der Regel jedoch PCs. Öffentlich nutzbare Computer bieten fast alle örtlichen Stadtbüchereien (Bib) und Berufsinformationszentren (BIZ) der örtlichen Arbeitsagenturen an.

Weitere Ressourcen:

Kinderbetreuung

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Bewerbung

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Arbeitsmarkt in Deutschland

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Sprachkurse

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Berufsorientierung

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